Internationale Fachkräfte entwickeln –

Bildung kennt keine Grenzen

Wie lassen sich Qualitätsstandards, technisches Know-how und Innovationskraft an internationalen Standorten dauerhaft sichern? Das folgende Praxisbeispiel einer deutsch-amerikanischen Kooperation zeigt: Die Antwort liegt nicht allein in modernen Maschinen oder digitalen Technologien, sondern vor allem in gut qualifizierten Fachkräften.

Das Unternehmen Christiani entwickelt praxisnahe Bildungslösungen, moderne Lernmedien und technische Schulungssysteme, die Menschen auf die Anforderungen einer zunehmend vernetzten Industrie vorbereiten. Der Anspruch ist dabei Theorie und Praxis sinnvoll miteinander zu verbinden und technisches Wissen nachhaltig zu vermitteln.

Dieser Anspruch endet nicht an Landesgrenzen. Im Gegenteil: Immer mehr deutsche Unternehmen bauen ihre Produktions- und Servicestandorte im Ausland aus und benötigen dort hervorragend ausgebildete Mitarbeitende. Genau hier setzt der Bildungsexport an. Christiani begleitet Unternehmen weltweit bei der Entwicklung moderner Ausbildungskonzepte nach deutschem Vorbild und unterstützt sie dabei, nachhaltige Qualifizierungsstrukturen aufzubauen.
Wie erfolgreich dieser Ansatz in der Praxis funktioniert, zeigt die Zusammenarbeit von Christiani mit dem Unternehmen United Grinding in den USA.

Praxisbeispiel: United Grinding setzt auf duale Ausbildung in den USA

United Grinding beschäftigt weltweit rund 5.000 Mitarbeitende und zählt zu den führenden Herstellern von Präzisions- und CNC-Werkzeugmaschinen. Um auch an seinem Standort in Miamisburg im US-Bundesstaat Ohio langfristig qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und auszubilden, entschied sich das Unternehmen bewusst für einen Ausbildungsansatz nach deutschem Vorbild. Gemeinsam mit dem Sinclair Community College und Christiani entwickelte United Grinding ein vierjähriges Mechatronikprogramm, das die Stärken der dualen Berufsausbildung konsequent in das amerikanische Bildungssystem überträgt.

Bereits in der Konzeptionsphase brachte Christiani seine langjährige Erfahrung in der Entwicklung von Ausbildungskonzepten, didaktischen Schulungsunterlagen und praxisnahen Lehrsystemen ein. Gleichzeitig wurde am Standort ein modernes Mechatronik-Labor mit Ausbildungsarbeitsplätzen sowie elektrischen und pneumatischen Trainingssystemen eingerichtet.

Die Ausbildung verbindet theoretische Inhalte am College mit intensiven Praxisphasen im Unternehmen. Während der ersten beiden Ausbildungsjahre werden die Teilnehmenden teilweise von ihrer regulären Tätigkeit freigestellt und erhalten weiterhin ihre Vergütung. Studiengebühren, Werkzeuge und sämtliche Lernmaterialien übernimmt United Grinding vollständig. Damit schafft das Unternehmen attraktive Rahmenbedingungen und unterstreicht den hohen Stellenwert der Ausbildung.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der handlungsorientierten Kompetenzentwicklung. Im ersten Ausbildungsjahr absolvieren die Auszubildenden den Christiani Lehrgang zur manuellen Werkstoffbearbeitung. In 26 aufeinander abgestimmten Übungen lernen sie grundlegende Fertigkeiten wie Anreißen, Bohren, Gewindeschneiden oder das präzise Bearbeiten verschiedener Werkstoffe.

Ein anspruchsvolles Übungsstück – ein U-Profil mit einer maximalen Toleranz von lediglich 0,2 Millimetern – verdeutlicht eindrucksvoll den Qualitätsanspruch der Ausbildung. Fehler lassen sich dabei nicht einfach korrigieren; wird zu viel Material entfernt, muss das Werkstück vollständig neu gefertigt werden. Genau diese Erfahrung vermittelt den Auszubildenden, wie entscheidend Präzision für die spätere industrielle Praxis ist.

Neben den fachlichen Fertigkeiten fördert das Programm gezielt Kompetenzen wie Problemlösungsfähigkeit, analytisches Denken und eigenverantwortliches Arbeiten. Denn gerade Servicetechniker und Mechatroniker müssen im späteren Berufsalltag häufig individuelle Lösungen entwickeln, die sich nicht in Lehrbüchern nachlesen lassen. Diese Kombination aus technischem Fachwissen und methodischer Handlungskompetenz entspricht genau den Anforderungen moderner Industrieunternehmen.

„United Grinding stellt sicher, dass wir den Auszubildenden eine bestmögliche Ausbildung bieten“

(Andreas Brockmann, Ausbildungsleiter bei United Grinding)

Nach erfolgreichem Abschluss erwerben die Teilnehmenden einen Associate Degree des Sinclair Community College, mehrere Fachzertifikate sowie einen staatlich anerkannten Facharbeiterabschluss – eine Qualifikation, die im amerikanischen Ausbildungssystem außergewöhnlich ist und den Absolventinnen und Absolventen hervorragende berufliche Perspektiven eröffnet.

Bildungsexport schafft nachhaltigen Mehrwert

Die Zusammenarbeit mit United Grinding zeigt eindrucksvoll, dass Bildungsexport weit mehr ist als der Handel mit Lehrmitteln oder Ausbildungstechnik. Entscheidend ist die partnerschaftliche Entwicklung nachhaltiger Ausbildungsstrukturen, die den Anforderungen internationaler Industrieunternehmen gerecht werden und gleichzeitig den Menschen vor Ort neue berufliche Chancen eröffnen.
Für Christiani bedeutet dies, Unternehmen nicht nur mit modernen Ausbildungssystemen auszustatten, sondern sie langfristig bei der Entwicklung leistungsfähiger Qualifizierungsstrukturen zu begleiten.

Das Beispiel United Grinding verdeutlicht, wie durch die Verbindung deutscher Ausbildungskompetenz mit lokalen Bildungsinstitutionen nachhaltige Lösungen entstehen, von denen Unternehmen, Mitarbeitende und ganze Regionen gleichermaßen profitieren. Bildung wird damit zu einem strategischen Erfolgsfaktor – für internationale Wettbewerbsfähigkeit ebenso wie für die wirtschaftliche Entwicklung der Partnerländer.

Autorin: Maiken Kayser
(Regional Manager North America, Latin America)

Dr.-Ing. Paul Christiani GmbH & Co. KG
Hermann-Hesse-Weg 2
78464 Konstanz
Tel. +49 7531 5801-100
www.christiani.de