450 Teilnehmer/-innen aus der beruflichen Aus- und Weiterbildung kamen am 26. und 27. September zum diesjährigen Christiani Ausbildertag in der Berufsakademie Singen zusammen. Das erfolgreiche Format veranstaltete Christiani zusammen mit dem BIBB bereits zum 20. Mal. In diesem Jahr standen die Themen Digitalisierung und Augmented Reality und Virtual Reality (AR/VR) in der Ausbildung im Vordergrund. In zwölf Foren konnten sich die Teilnehmer/-innen zu verschiedenen Themen informieren, miteinander diskutieren und sich untereinander austauschen.

Von Elektromobilität bis CNC-Technik

Die Themenpalette des diesjährigen Ausbildertages reichte von der Hochvolttechnik in Fahrzeugen über die Erfahrungen mit der digitalen Zusatzqualifikation bis zu konkreten virtuellen Anwendungen. So konnten die Teilnehmer/-innen in einem Forum zur CNC-Technik nicht nur den virtuellen Zwilling einer CNC-Anlage mit Siemens-Steuerung testen, sondern auch mit Hilfe der VR-Brille Oculus Quest virtuell eine CNC-Maschine bedienen. Sowohl der virtuelle Zwilling als auch die VR-Anwendung sind Lösungsansätze um zu zeigen, welche Möglichkeiten die virtuelle Realität für die CNC-Ausbildung bietet.

Augmented und Virtual Reality in der Ausbildung

In einem weiteren Forum konnten sich die Teilnehmer/-innen davon überzeugen, welche Möglichkeiten die Augmented Reality für die Vermittlung von Lerninhalten bietet. So lassen sich über Marker reale Gegenstände, z.B. Baugruppen als dreidimensionale Objekte darstellen und mit zusätzlichen Informationen anreichern – zum Beispiel mit Videos, Explosionszeichnungen und anderen Informationen. Erste Lösungen für das Anreichern von Informationen durch virtuelle Inhalte in einem klassischen Tabellenbuch wurden den Teilnehmern erstmals präsentiert. Mit dem Tablet lassen sich Bilder im Fachbuch einscannen und so weitere Informationen zur Veranschaulichung abrufen – zum Beispiel eine animierte 3D-Ansicht des Objekts, weiterführende Lerninhalte, Videos, Bilder, Tabellen und vieles mehr.

Digitale Transformation – Herausforderungen für die Aus- und Weiterbildung

Im Vortrag und in der abschließenden Podiumsdiskussion ging es um die Frage, wie die digitale Transformation die berufliche Bildung verändert. Jörg Heynkes, Unternehmer und Berater in den Bereichen Innovation, Energie und Mobilität, zeigte in seinem spannenden Vortrag konkrete Beispiele zu digitalen Innovationen auf, die heute schon Wirklichkeit sind. Vom selbstfahrenden Auto über den digitalen Simultanübersetzer bis zum saltospringenden humanoiden Roboter.

Unter der Moderation von Markus Brunnbauer (IHK Bodensee Oberschwaben) diskutierten anschließend Professor Dr. Heister (BIBB), Thomas Schnell (Carl Zeiss AG) und Dieter Omert (AUDI AG) mit dem Keynote-Speaker Jörg Heynkes. Einhelliger Tenor: technisch sei die Digitalisierung zu meistern. Vorrangig solle es darum gehen, die benötigte Medienkompetenz und Freude am Lernen zu vermitteln. Bei aller Digitalisierung dürfe man die sozialen Kontakte nicht vernachlässigen, schließlich sind es nicht Maschinen, die lernen, sondern Menschen.