Beschreibung:
1. Auflage 2006
Das Modellversuchsprogramm „Flexibilitätsspielräume für die Aus- und
Weiterbildung“ ist zielorientiert ausgerichtet auf die Entwicklung
geeigneter Bildungskonzepte, deren Transfer sowie auf die Nachhaltigkeit
der laufenden Modellversuche und benachbarter Forschungs- und
Entwicklungsinitiativen. In dieser Publikation präsentieren die
Einzelvorhaben ihre Ergebnisse und geben damit einen Einblick in die
laufenden Prozesse innovativer Forschung, Entwicklung, Erprobung und des
Transfers.
Im Zentrum des gemeinsamen Themas „Flexibilität“ stehen die sich
kontinuierlich beschleunigenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen
Veränderungen. Eine Antwort auf diese Herausforderungen hat die berufliche
Bildung im Konzept der gestaltungsoffenen Ausbildungsordnung gegeben, die
es ermöglichen, sich stärker an den betrieblichen und branchenspezifischen
Anforderungen auszurichten. Gleichzeitig liegen darin neue Chancen für die
Sicherung des Qualifikations- und Kompetenzerwerbs der Beschäftigten und
auch für neue Konzepte, die Aus- und Weiterbildung verbinden.
Die Nutzung der neuen Freiräume fällt insbesondere kleinen und
mittleren Unternehmen nicht leicht, dafür benötigen sie spezielle
Angebote. Passende Konzepte werden derzeit in 28 Modellvorhaben
entwickelt, erprobt und umgesetzt. Eine entscheidende Rolle als Träger der
Versuche spielt die Berufsbildungspraxis. Die Verbindung zur Forschung ist
durch die wissenschaftliche Begleitung gesichert. Das BIBB verbindet alle
Bereiche durch fachliche bzw. wissenschaftliche Betreuung. Die
Fördermittel werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zur
Verfügung gestellt.
Das von den wissenschaftlichen Begleitungen der Modellversuche
angewandte und kontinuierliche weiterentwickelte Konzept der
Handlungsforschung ermöglicht eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen
Akteure bei gleichzeitiger klarer Arbeitsaufteilung.
Die Ansätze in dem Modellversuchsprogramm „Flexibilität“ verstehen sich
als „Hilfe zur Selbsthilfe“.
Neue Handlungsmuster tragen zur
Weiterentwicklung der Bildungspraxis bei; sie setzen Impulse in
Wissenschaft, Politik und Administration. Sie entstehen in einem engen
Dialog der Beteiligten und werden in der Praxis erprobt. Dies dient der
Akzeptanz und damit dem Transfer. Damit wirken die einzelnen
Modellversuche und das Programm insgesamt verändernd in die berufliche
Bildung ein.
Der hier vorgelegte Sammelband mit Texten aus Einzelvorhaben und das
der Programmdiskussion soll zum Erfahrungsaustausch innerhalb innovativer
Modellvorhaben, Forschungs- und Entwicklungsprojekte beitragen, richtet
sich aber auch an weitere Akteure aus der Berufsbildungspraxis, -forschung
und -politik. Er ist ein weiterer Schritt zum Transfer, indem er einen
Einblick in die Arbeit der einzelnen Versuche und des Programms
„Flexibilitätsspielräume für die Aus- und Weiterbildung“ gibt und damit
die Verknüpfung mit anderen Programmen und Initiativen unterstützt. Er
soll zu einer erfolgreichen „Gestaltung der gestaltungsoffenen
Berufsbildung“ beitragen.
Einige der vorgestellten Modellversuche:
- Selbstorganisiertes Lernen am Beispiel der DVD „Reflexion“ –
Forschungs- und Entwicklungsergebnisse und ihre Vernetzung mit Modell-
versuchen
- Prozessorientierte Ausbildung in kleinen und mittleren Unternehmen –
Umsetzung des Flexibilitätsspielraums von Ausbildungsverordnungen
- Prozessorientierte Ausbildung im Elektrohand- werk – E-Learning im
realen betrieblichen Auftrag
- Der Einsatz von Lern- und Arbeitsaufgaben durch die ausbildende
Fachkraft
- Optimierung von Weiterbildungsprozessen durch reflexives Lernen am
Beispiel von Dienstleistungen im Tourismus – LernTour